Fischer ziehen beim Abfischen in Königswartha das Netz durchs Ufergras – Reportagefotografie von Daniel Madlung

Das Abfischen in Königswartha bei Bautzen hat mir fotografisch richtig Spaß gemacht. Schon von den Motiven her war einiges geboten, und besonders gut hat mir gefallen, dass die Bilder nicht nur aus gedeckten Farben und Ton-in-Ton-Kompositionen bestanden. Durch die Leuchtwesten und farbigen Kleidungsstücke der Fischer entstanden immer wieder kleine, kräftige Farbakzente, die den Bildern zusätzliche Spannung gegeben haben.

35 und 85 mm – meine Kombination für Reportagen

Für mich hat sich bei diesem Shooting wieder einmal bestätigt, wie gut ich mit den beiden Festbrennweiten 35 mm und 85 mm zurechtkomme. Gerade in der Reportagefotografie sind diese beiden Brennweiten für mich mittlerweile die Kombination schlechthin. Mit dem 35er kann ich nah am Geschehen bleiben und gleichzeitig genug Umgebung mitnehmen, während das 85er für etwas mehr Abstand und schöne, verdichtete Perspektiven sorgt. Dadurch entstehen sehr abwechslungsreiche Bilder, ohne dass ich ständig Objektive wechseln muss.

Offenblendig: f/1.4 als erste Wahl

Fotografiert habe ich dabei fast ausschließlich offenblendig. f/1.4 ist für mich bei solchen Situationen meistens die erste Wahl. Wenn es heller wird, gehe ich auch mal auf f/1.6 oder f/1.8, um etwas mehr Schärfentiefe zu bekommen. Viel weiter würde ich bei einer solchen Reportage aber gar nicht gehen. Gerade der Look der offenen Blende gefällt mir sehr und hebt die Bilder für mich deutlich von Aufnahmen mit einem klassischen 24–70 mm ab.

Vordergründe statt Objektivwechsel

Zwischendurch hatte ich auch einmal das 16-mm-Objektiv drauf, um bewusst eine andere Perspektive einzubauen. Das 24er habe ich dagegen gar nicht benutzt. Im Nachhinein war das auch überhaupt nicht notwendig, weil ich mit 35 und 85 mm alle Situationen sehr gut abdecken konnte. Besonders wichtig sind mir dabei Vordergründe. Ich suche gerne bewusst nach Möglichkeiten, etwas in den Vordergrund zu bekommen und dadurch mehr Tiefe in die Bilder zu bringen. Gerade in Kombination mit den Festbrennweiten funktioniert das für meinen Geschmack sehr gut.

Mittendrin statt durchgeplant

Auch die Arbeitsweise hat mir gefallen. Man konnte die Fischer bei ihrer Arbeit begleiten, nebenherlaufen und einfach auf die Situationen reagieren. Genau das macht für mich den Reiz der Reportagefotografie aus: nicht alles vorher planen zu können, sondern aufmerksam zu sein und die Momente entstehen zu lassen.

Das 70–200 für die Natur

Mein 70–200 mm habe ich zwischendurch noch für ein paar Naturaufnahmen eingesetzt. Dort war allerdings nicht besonders viel los. Dafür müsste man wahrscheinlich zu einer anderen Tageszeit kommen oder sich deutlich länger durch das Gelände bewegen. Das war für dieses Shooting aber auch nicht mein eigentlicher Auftrag – im Mittelpunkt standen die Menschen und das Abfischen.

Gruppenfoto im Gegenlicht

Am Ende gab es noch ein Gruppenfoto, das ich mit dem 35er aufgenommen habe. Zu diesem Zeitpunkt ging gerade die Sonne auf, wodurch sehr starke Kontraste entstanden. Hier musste ich mich bei der Belichtung auf die Personen konzentrieren und in Kauf nehmen, dass helle Bereiche teilweise ausbrennen. Viel Spielraum für eine andere Perspektive hatte ich aufgrund des Geländes und des Schlamms nicht.

Mein Fazit

Insgesamt bin ich mit dem Shooting sehr zufrieden. Technisch hat sich für mich erneut bestätigt, dass 35 mm und 85 mm für meine Reportagefotografie hervorragend funktionieren. Dazu die offene Blende und das bewusste Arbeiten mit Vordergründen – genau dieser Look gefällt mir momentan sehr gut. Und nach ungefähr drei Stunden war für mich auch der richtige Zeitpunkt erreicht, um das Shooting abzuschließen.

Die Bilder vom Abfischen zeigt das Projekt Robert – Abfischen Teichwirtschaft Greim bei Königswartha. Reportagen fotografiere ich in Bautzen, Kamenz, Dresden und ganz Sachsen.

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