Ich habe mich gerade beim Fotografieren mal wieder dabei erwischt: Ich stand mit einem 24–70 mm vor einem Motiv und hatte eigentlich alle Möglichkeiten. Und genau das war irgendwie das Problem. Ich stelle auf 35 mm, suche meinen Standpunkt, gehe ein bisschen vor, wieder zurück und überlege gleichzeitig, ob ich für ein Detail nicht einfach auf 70 mm gehen sollte. Am Ende bleibe ich aber doch bei den 35 mm und gehe lieber näher ran. Nicht, weil ich die 70 mm nicht gebrauchen könnte, sondern weil ich genau diesen Look der 35 mm haben möchte.
Die Brennweite ist Teil des Bildes
Gerade als Businessfotograf merke ich immer wieder, dass eine Brennweite für mich nicht einfach bedeutet, ein Motiv näher heranzuholen. 35, 50, 70 oder 85 mm sehen unterschiedlich aus. Die Perspektive verändert sich, die Umgebung wirkt anders und auch Personen können je nach Abstand und Brennweite völlig unterschiedlich wirken. Wenn ich beispielsweise ein Fahrzeug fotografiere und es möglichst natürlich und wenig verzerrt darstellen möchte, würde ich eher mit 50 oder 70 mm arbeiten und dafür etwas weiter zurückgehen. Bei einem Businessporträt kann ich dagegen mit 35 mm bewusst näher an eine Person herangehen und bekomme dadurch eine ganz andere, dynamischere Bildwirkung. Das ist für mich keine technische Nebensache, sondern ein Teil der Bildgestaltung.
Weniger Möglichkeiten geben mir mehr Freiheit
Genau deshalb fühle ich mich mit Festbrennweiten oft kreativer. Wenn ich ein 35er auf der Kamera habe, muss ich nicht überlegen, ob 28, 42 oder 57 mm vielleicht noch besser wären. Ich habe 35 mm und arbeite damit. Ich bewege mich, suche meinen Standpunkt und konzentriere mich auf das Motiv, das Licht und den Menschen vor meiner Kamera. Beim 24–70 habe ich dagegen ständig die Möglichkeit, die Entscheidung wieder zu verändern. Technisch ist das natürlich unglaublich praktisch – gerade in der Businessfotografie, wenn Situationen schnell wechseln. Warum das Zoom trotzdem in meine Tasche gewandert ist, habe ich hier aufgeschrieben. Für mich persönlich bedeutet es aber manchmal auch zu viele Möglichkeiten.
Ich möchte meinen Look kennen
Bei meinem nächsten Outdoor-Shooting werde ich deshalb wahrscheinlich wieder mit zwei Festbrennweiten losziehen – beispielsweise mit 35 und 85 mm oder 24 und 50 mm. Das 70–200 mm nehme ich für ein paar besondere Aufnahmen mit, vielleicht auch für etwas Tierwelt, und das 16 mm bleibt für die ganz weiten Perspektiven. Mehr brauche ich meistens gar nicht. Denn inzwischen weiß ich ziemlich genau, was meine Objektive können und wie ihre jeweiligen Looks funktionieren. Und genau das gibt mir beim Business-Shooting Sicherheit: Ich möchte nicht ständig überlegen, welche Brennweite theoretisch noch möglich wäre. Ich möchte mich auf das Bild konzentrieren. Auf den Menschen, die Situation, das Licht und die Geschichte, die das Foto erzählen soll.
Vielleicht ist weniger Auswahl deshalb manchmal tatsächlich mehr. Nicht weil Zoomobjektive schlechter wären – sondern weil ich persönlich mit einer bewussten Einschränkung kreativer arbeite.
Business-Portraits mit Handschrift
Wenn du Portraits möchtest, die nicht nach Standard-Hintergrund aussehen: Ablauf und Preise stehen auf der Seite Businessfotografie. Ich fotografiere in Dresden, Bautzen, Kamenz und in ganz Sachsen.