Smartphone mit einer Kundenwebsite auf einem aufgeschlagenen Magazin – Webdesign und Grafikdesign von Daniel Madlung, Dresden

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeit im Web- und Grafikdesign grundlegend. Auch bei mir hat sich in den vergangenen Monaten einiges verschoben. Manche Aufgaben erledige ich heute völlig anders als noch vor wenigen Jahren. Andere bleiben bewusst Handarbeit. Und dann gibt es Projekte, bei denen KI zwar eine Menge Arbeit abnimmt, aber längst nicht alles entscheidet.

Grafikdesign: Weniger klassische Aufträge, mehr Raum für besondere Ideen

Klassische Flyer- und Plakataufträge sind bei mir mittlerweile deutlich seltener geworden. Natürlich gibt es weiterhin Kunden, für die ich Printprodukte gestalte. Dazu gehören beispielsweise Zeitungsanzeigen und Banner für größere Unternehmen, die auf klassische Sichtwerbung angewiesen sind und diese auch künftig gezielt einsetzen möchten.

Gerade bei solchen Projekten ist eine zuverlässige Endkontrolle entscheidend. Farben müssen stimmen, Formate müssen passen und Anzeigen sollen sich möglichst flexibel an unterschiedliche Anforderungen anpassen lassen. Eine Anzeige muss vielleicht kurzfristig in einem anderen Format erscheinen oder ein Gestaltungselement soll an eine andere Position wandern.

Auch hier kann KI unterstützen. Für einen meiner Kunden habe ich beispielsweise bereits eine Vorlage mit dem Corporate Design in Claude Code angelegt. Das System liefert mir immer wieder interessante Ansätze, aus denen neue Gestaltungsideen entstehen. Die eigentliche Reinzeichnung und Umsetzung erfolgt trotzdem weiterhin in Adobe InDesign. Warum? Weil ich die Kontrolle behalten möchte. Ich will eine Schrift schnell verschieben, Abstände präzise anpassen oder ein Layout ohne Umwege für ein anderes Format vorbereiten können.

Ich möchte nicht jede gestalterische Entscheidung prompten. Ich möchte mein Handwerk weiterhin beherrschen. Denn wenn wir uns zu sehr darauf verlassen, dass eine KI alles für uns erledigt, besteht die Gefahr, dass wir bestimmte Fähigkeiten mit der Zeit verlieren. Für mich gehört es deshalb dazu, weiterhin selbst zu gestalten, zu experimentieren und technische Fertigkeiten aktiv einzusetzen. KI soll meine Arbeit erweitern, nicht mein gestalterisches Denken ersetzen.

Anders sieht es bei individuellen Projekten aus. Wenn es um Kunst, außergewöhnliche Kundenwünsche oder anspruchsvolle Museums- und Ausstellungsplakate geht, wird Gestaltung noch einmal besonders spannend. Hier geht es nicht allein darum, Informationen möglichst effizient anzuordnen. Es geht um Haltung, Atmosphäre, Emotionen und eine eigene visuelle Sprache.

Genau dafür braucht es neue Ideen und kreative Impulse. KI kann bestehende Ansätze miteinander kombinieren, Muster erkennen und überraschende Vorschläge machen. Vieles davon ist allerdings ein Remix aus bereits vorhandenen Einflüssen. Die menschliche Kreativität funktioniert teilweise ähnlich, bringt aber zusätzlich persönliche Erfahrungen, Emotionen und individuelle Perspektiven ein. Und genau diese Mischung macht für mich gute Gestaltung aus.

Webdesign: Ich gestalte nicht mehr jede Unterseite vorab

Beim Webdesign hat sich mein Workflow wesentlich stärker verändert. Ich bin inzwischen an dem Punkt, an dem ich Websites mit Claude Code direkt auf HTML-Basis entwickeln lasse. Ich gebe die gestalterische Richtung vor und lasse daraus eine funktionierende Website entstehen.

Das Ausgangsmaterial kann ganz unterschiedlich aussehen. Manchmal gibt es bereits ein ausgearbeitetes Design. Manchmal sind es nur einzelne Gestaltungselemente, ein paar Buttons, bestimmte Schriftvorgaben oder eine klare Vorstellung davon, wie sich die Website anfühlen soll. Auf dieser Grundlage entwickeln wir Schritt für Schritt das Design und die technische Umsetzung weiter. Ich gebe Feedback, lasse Elemente verändern, teste unterschiedliche Ansätze und arbeite mich gemeinsam mit der KI an das gewünschte Ergebnis heran.

Was ich heute nicht mehr in jedem Projekt mache: sämtliche Unterseiten zunächst vollständig in einem klassischen Designprozess auszuarbeiten, bevor überhaupt mit der Entwicklung begonnen wird. Für mich ergibt das in vielen Fällen keinen Sinn mehr.

Typische Elemente von Websites und Apps folgen bereits etablierten UX-Prinzipien. Wie groß sollte ein Button sein? Wie gestaltet man ein Formular verständlich? Wie müssen Schriftgrößen und Abstände zusammenspielen? Wie verändert sich das Layout auf mobilen Geräten? Welche Breakpoints sind sinnvoll? Das sind Fragen, für die KI bereits gute Ausgangslösungen liefern kann. Natürlich muss ich diese Ergebnisse überprüfen, anpassen und optimieren. Aber ich muss nicht mehr jede einzelne Komponente von Grund auf manuell entwerfen, bevor ich mit der eigentlichen Website beginnen kann.

Was früher viele Stunden für Wireframes, Layouts, responsive Varianten und die Ausarbeitung sämtlicher Unterseiten beansprucht hat, kann heute direkt in die Entwicklung einfließen. Das Ergebnis ist nicht nur ein fertiges Design. Es ist eine Website, die bereits technisch umgesetzt ist.

Weniger Übergaben, aber nicht unbedingt weniger Arbeit

Ein häufiger Irrtum ist, dass KI-Projekte automatisch weniger Arbeitszeit bedeuten. Bei mir ist das nicht unbedingt der Fall. Ich investiere weiterhin ähnlich viel Zeit in ein gutes Webprojekt wie zuvor in Konzeption und Gestaltung. Der Unterschied liegt darin, was am Ende dieser Arbeit entstanden ist.

Früher stand nach einem umfangreichen Designprozess zunächst ein Gestaltungskonzept, das anschließend an die Entwicklung übergeben werden musste. Heute entsteht die funktionierende Website parallel zum kreativen Prozess. Dadurch entfällt in vielen Projekten ein erheblicher Teil der klassischen Entwicklungsarbeit und der damit verbundenen Übergaben. Je nach Umfang und Ausgangslage können dadurch beispielsweise 30 bis 40 Prozent der bisherigen Projektkosten eingespart werden. Das ist allerdings kein pauschaler Wert, sondern hängt stark vom jeweiligen Projekt ab.

Denn auch KI-gestützte Entwicklung kostet Geld. Ich arbeite bewusst mit leistungsfähigen Modellen, beispielsweise Claude Opus, und investiere bei anspruchsvollen Projekten zusätzlich in Credits. Wenn ich mehrere Tage an einer Website arbeite, kommen schnell relevante Nutzungskosten zusammen. Bei einem umfangreichen Projekt können das durchaus einmal 300 Euro allein für zusätzliche KI-Credits sein.

Diese Kosten sieht man der fertigen Website nicht an. Der Kunde sieht das Ergebnis: eine Website, die individuell gestaltet ist, sich von vielen anderen Auftritten abhebt und technisch bereits umgesetzt wurde. Die Credits sind trotzdem ein Teil der Projektkosten und müssen entsprechend einkalkuliert werden. Entscheidend ist für mich deshalb nicht, möglichst wenig Geld für KI auszugeben. Entscheidend ist, die verfügbaren Werkzeuge sinnvoll einzusetzen und damit ein Ergebnis zu schaffen, das den Aufwand tatsächlich rechtfertigt.

Eine gute Website entsteht nicht mit einem einzigen Prompt

Wer glaubt, man müsse Claude Code oder ein anderes KI-Tool nur kurz beschreiben, um anschließend eine wirklich durchdachte Website zu erhalten, wird bei anspruchsvolleren Projekten schnell an Grenzen stoßen. Ein überzeugendes Ergebnis entsteht durch viele kleine Entscheidungen und einen kontinuierlichen Austausch.

Welche Inhalte braucht die Website? Wie werden die Leistungen präsentiert? Welche Unterseiten sind notwendig? Welche Informationen sollen für Suchmaschinen auffindbar sein? Wie müssen Texte formuliert werden, damit sie zur Zielgruppe passen? Und wie greifen Gestaltung, Nutzerführung und technische Umsetzung ineinander?

Auch die Texterstellung und Überarbeitung gehören dazu. Ich arbeite dabei sowohl mit Claude als auch mit ChatGPT. Die inhaltlichen Grundlagen kommen vom Kunden: seine Leistungen, seine Ziele, seine Zielgruppe und sein Wissen über das eigene Unternehmen. Daraus entwickeln wir gemeinsam Texte, prüfen sie, lassen sie gegenlesen und überarbeiten sie so lange, bis sie passen. Der Kunde bleibt dabei ein wichtiger Teil des Prozesses. Die KI liefert Vorschläge und unterstützt bei der Umsetzung. Die inhaltliche Verantwortung und die Entscheidungen verschwinden dadurch aber nicht.

Bei einer wirklich guten Website dauert dieser Prozess durchaus drei Wochen. Manchmal auch länger, je nach Umfang und Komplexität. Denn eine Website ist nicht einfach eine Ansammlung schöner Seiten. Sie muss als Ganzes funktionieren.

Was bleibt, ist der menschliche Blick

Bei aller technischen Entwicklung gibt es einen Punkt, der mir besonders wichtig ist: Ich möchte nicht einfach nur KI bedienen. Ich möchte verstehen, was ich gestalte. Ich möchte Entscheidungen nachvollziehen können und weiterhin in der Lage sein, Dinge selbst umzusetzen. Gerade im Grafikdesign werde ich deshalb auch künftig mit klassischen Werkzeugen wie InDesign arbeiten, wenn sie für die Aufgabe die bessere Lösung sind.

Und beim Webdesign bedeutet der Einsatz von KI nicht, dass ich mich zurücklehne und auf das Ergebnis warte. Im Gegenteil: Ich begleite den gesamten Prozess, hinterfrage Vorschläge, optimiere Details und sorge dafür, dass aus einer technischen Umsetzung eine individuelle Website wird.

Dazu kommt ein weiterer Bestandteil meiner Arbeit: die Fotografie. Als Fotograf in Dresden kann ich meinen Kunden authentische Bilder anbieten, die speziell für ihr Unternehmen entstehen. Diese Bilder fließen direkt in die Gestaltung ein und sorgen dafür, dass eine Website nicht nur technisch funktioniert, sondern auch eine persönliche und glaubwürdige Wirkung entfaltet. Denn eine gute Website besteht nicht allein aus sauberem Code, passenden Schriftgrößen und einer durchdachten mobilen Darstellung. Sie lebt auch von den Menschen, die hinter einem Unternehmen stehen, von echten Einblicken und von einer Bildsprache, die zur Marke passt.

Mein Fazit: KI verändert das Handwerk, aber sie macht es nicht überflüssig

Die Arbeit im Web- und Grafikdesign verändert sich gerade enorm. Manche Aufgaben, für die ich früher viele Stunden gebraucht habe, lassen sich heute anders und deutlich direkter lösen. Andere bleiben bewusst in meiner Hand. Für mich liegt die Zukunft nicht darin, möglichst viel zu automatisieren oder jeden einzelnen Arbeitsschritt durch einen Prompt zu ersetzen. Sie liegt darin, die richtigen Werkzeuge für die jeweilige Aufgabe zu wählen.

KI kann Entwicklungsprozesse beschleunigen, neue Ideen liefern und Möglichkeiten eröffnen, die vor wenigen Jahren noch deutlich aufwendiger gewesen wären. Aber sie braucht klare Vorgaben, kreative Impulse, fachliche Kontrolle und Menschen, die wissen, was sie erreichen wollen. Genau deshalb sehe ich die Entwicklung nicht als Ende des klassischen Gestaltungsberufs. Ich sehe sie als Veränderung des Handwerks.

Weniger Zeit für repetitive Arbeit. Mehr Möglichkeiten für individuelle Lösungen. Und weiterhin ein Mensch, der entscheidet, was am Ende wirklich gut ist. Das ist für mich modernes Web- und Grafikdesign aus Dresden.

Website oder Gestaltung für dein Unternehmen?

Wie ich Websites baue und was sie kosten, steht auf der Seite Webdesign, für Logos, Plakate und Corporate Design gibt es die Seite Grafikdesign. Wie ich KI sonst im Alltag einsetze, steht in den Beiträgen KI und mein Beruf und Wie stehe ich eigentlich zu KI-generierten Bildern?

Erzähl mir von deinem Projekt.

Termin, Ort, Umfang – ich melde mich innerhalb eines Werktags mit einem konkreten Angebot.

Whats
App
me