Vor zwei Tagen rief mich ein Kunde an. Zwei neue Baustellen sollen fotografiert werden und auf seinem Innenhof werden außerdem mehrere LKW stehen, die er gerne für seine neue Website fotografiert haben möchte. Also eigentlich ein ziemlich typischer Auftrag aus meiner Arbeit als Business- und Reportagefotograf.
Und trotzdem beginnt bei mir damit schon die erste Überlegung: Was nehme ich mit?
Bei solchen Aufträgen weiß ich vorher nie ganz genau, was mich erwartet. Natürlich geht es in erster Linie um die Gebäude, Baustellen und Fahrzeuge. Aber vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit, Mitarbeiter bei der Arbeit zu fotografieren. Das entscheide ich meistens spontan vor Ort. Ich schaue, wie die Situation ist, wie die Mitarbeiter gekleidet sind und ob sich daraus ein authentisches und gutes Motiv entwickeln lässt. Gerade bei Baustellen ist die Arbeitskleidung natürlich häufig durch Arbeitsschutz und die Vorgaben des Unternehmens bestimmt. Das gehört dann eben genauso zur Realität des Unternehmens und damit auch zur Reportage.
Meine Ausrüstung für den Auftrag
Zwei Kameras kommen auf jeden Fall mit. Das ist für mich mittlerweile Standard, einfach um bei einem technischen Problem nicht plötzlich ohne Kamera dazustehen.
Als Hauptobjektiv nehme ich diesmal mein 24–70 mm. Für Architektur, fertige Bauobjekte und die LKWs bin ich damit flexibel genug und kann unterschiedliche Perspektiven umsetzen, ohne ständig das Objektiv wechseln zu müssen. Warum dieses Zoom überhaupt in meiner Tasche liegt, obwohl ich sonst mit Festbrennweiten arbeite, habe ich hier aufgeschrieben.
Für mögliche Mitarbeiterportraits packe ich zusätzlich mein 50 mm f/1.4 von Sigma ein. Damit kann ich Personen schön vom Hintergrund lösen und auch einmal mit einer sehr offenen Blende arbeiten.
Außerdem nehme ich mein relativ neues 16 mm f/1.8 mit. Gerade bei Architektur und auf Baustellen kann ein solches Weitwinkel interessant werden. Vielleicht brauche ich es überhaupt nicht – vielleicht gibt es aber genau diese eine Situation, in der ich froh bin, noch etwas weiter gehen zu können.
Mein Stativ kommt ebenfalls mit, denn ich habe Lust, einmal einen kleinen Baustellen-Freeze auszuprobieren. Also eine längere Belichtung, bei der Bewegung und Baustellenatmosphäre sichtbar werden. Und genau dabei fällt mir beim Packen noch ein: Der ND-Filter! Den hätte ich beinahe vergessen. Also noch schnell den 77-mm-ND-Filter eingepackt.
Dazu kommen noch ein kleiner Blitz, ein kleines Stativ und ein Schirm. Kein großes Lichtsetup – dafür fehlt bei einem solchen Auftrag schlicht die Zeit und es wäre auch gar nicht notwendig. Aber ich möchte die Möglichkeit haben, spontan noch eine kleine Lichtidee umzusetzen, wenn sich vor Ort etwas ergibt.
Alles, was länger als 85 mm ist, bleibt dagegen zu Hause. Ein 135er würde mir bei diesem Auftrag vermutlich nicht viel bringen und wäre nur zusätzliches Gewicht.
Und dann geht es los
So packe ich meine Tasche eigentlich bei fast jedem Business- oder Reportageauftrag: Ich gehe im Kopf verschiedene mögliche Situationen durch und versuche, mich darauf vorzubereiten, ohne gleich das komplette Studio ins Auto zu laden.
Denn genau das macht für mich die Businessfotografie im Raum Bautzen, Dresden, Hoyerswerda und der Oberlausitz spannend. Ich weiß ungefähr, was ich fotografieren soll – aber nicht unbedingt, welche Situationen sich vor Ort tatsächlich ergeben.
Vielleicht entstehen die besten Bilder am Ende gar nicht bei den geplanten Aufnahmen der Gebäude oder LKWs, sondern irgendwo dazwischen. Ein Mitarbeiter bei der Arbeit, ein Detail auf der Baustelle, eine interessante Perspektive oder einfach ein Moment, der so nicht geplant war.
Und genau diese Situationen machen für mich gute Unternehmensreportagen aus: Das Unternehmen nicht nur schön darstellen, sondern zeigen, wie dort tatsächlich gearbeitet wird.
Jetzt bin ich gespannt, was mich auf der Baustelle erwartet und welche Bilder am Ende auf der Speicherkarte landen.
Bilder von deinem Unternehmen?
Ob Baustelle, Fuhrpark, Produktionshalle oder Team: Wie ein Shooting abläuft und was es kostet, steht auf der Seite Businessfotografie. Ein Beispiel aus der Praxis ist die Reportage bei UBK Tiefbau.