Herbstferien in Sachsen – und für uns geht es für gut eine Woche Richtung Italien. Natürlich möchte ich auch fotografieren. Die Frage ist nur: Was nehme ich mit? Am liebsten hätte ich eine kleine APS-C-Kamera mit einem kompakten 28er oder 35er. Eine Kamera, die man einfach mitnimmt, ohne groß darüber nachzudenken.
Ich hatte vor einiger Zeit eine Nikon Z fc ausprobiert. Klein, leicht und praktisch für Urlaubsbilder, aber das Gehäuse fühlte sich für mich nicht wirklich wertig an. Also ging sie wieder zurück. Dazu kommt, dass ich als Fotograf in Dresden nicht nur Erinnerungsfotos machen möchte. Ich brauche auch Bilder für meine Website und meinen Content. Fotos, die nicht nur den Moment festhalten, sondern auch einen bestimmten Look transportieren.
Lieber ein gutes Bild als ein analoger Kompromiss
Eine Zeit lang habe ich mit einem manuellen Objektiv an meiner Nikon Z6 experimentiert. Das macht Spaß und kann gerade für einzelne, besondere Bilder interessant sein. Für Reportagen oder Situationen, in denen ich schnell und zuverlässig arbeiten möchte, bedeutet es aber auch mehr Aufwand.
Deshalb bin ich wieder bei meinen Sigma-Objektiven mit Adapter gelandet. Ich bekomme die Bildqualität und den Workflow, den ich brauche, und kann den Bildern anschließend bei Bedarf mit entsprechenden Presets einen analogen Look verleihen. Für mich ist das der bessere Weg: erst ein gutes Bild machen und danach entscheiden, welchen Look es bekommen soll.
Meine Wahl: 35 mm f/1.4 und 135 mm f/1.8
Das klassische 24–70-mm-Zoom wäre für einen Urlaub wahrscheinlich die naheliegende Wahl. Für mich ist es diesmal aber keine Option. Ich möchte mich bewusst auf bestimmte Brennweiten beschränken. Denn zu viele Möglichkeiten führen bei mir manchmal dazu, dass ich weniger kreativ fotografiere. Mein Hauptobjektiv ist deshalb das 35 mm f/1.4.
Wenn ich nur ein Objektiv mitnehmen dürfte, wäre es genau dieses. Die Brennweite ist für mich unglaublich vielseitig: Ich kann meine Kinder im Restaurant fotografieren, Szenen in Innenräumen festhalten, Landschaften und Berge aufnehmen oder mit Vordergrundelementen und der offenen Blende spannende Bildkompositionen gestalten. Die Lichtstärke von f/1.4 ermöglicht mir außerdem eine schöne Freistellung und funktioniert auch bei wenig Licht. Gleichzeitig wirkt die Perspektive für meinen Geschmack angenehm natürlich, ohne dass ich mir übermäßig Gedanken über Verzerrungen an den Bildrändern machen muss.
Ein 50 mm f/1.4 wäre ebenfalls eine gute Option. In engen Räumen, etwa im Restaurant, fehlt mir damit aber häufig der nötige Bildwinkel. Ein 35er bietet mir hier einfach mehr Freiheit.
Als Ergänzung kommt das 135 mm f/1.8 mit. Es ist der Gegenpol zum 35er: eng, nah dran und mit einer ausgeprägten Freistellung. Gerade für Portraits und Situationen, in denen ich etwas aus der Distanz fotografieren möchte, ist es ideal – das kenne ich auch aus meiner Arbeit als Portraitfotograf in Dresden. Außerdem wollen wir am Wasser unterwegs sein. Wenn ich dort Wassersportler fotografiere, bringen mich die 135 mm deutlich näher ans Geschehen. So kann ich Details und dynamische Momente einfangen, ohne selbst direkt danebenstehen zu müssen.
Zwei Festbrennweiten statt eines Zooms
Mit dem 35er habe ich meinen vielseitigen Allrounder, mit dem 135er eine Ergänzung für alles, was weiter entfernt ist oder stärker freigestellt werden soll. Mehr brauche ich für diese Reise eigentlich nicht. Natürlich muss ich zwischendurch das Objektiv wechseln. Das stört mich aber nicht. Im Gegenteil: Die bewusste Entscheidung für eine Brennweite hilft mir, mich stärker auf das Motiv und die Bildgestaltung zu konzentrieren.
Und genau darum geht es mir bei der Fotografie im Urlaub: nicht möglichst viele technische Möglichkeiten dabeizuhaben, sondern mit dem richtigen Werkzeug bewusste Bilder zu machen. Jetzt freue ich mich auf eine Woche Italien – auf Familienausflüge, Surfen, Kochen, Spielen, Volleyball, Basketball und all die kleinen Momente dazwischen.
Meine Urlaubskombi steht: 35 mm f/1.4 und 135 mm f/1.8. Ich wünsche euch eine gute Zeit, falls ihr ebenfalls in den Urlaub startet. Und natürlich viele schöne Bilder!