Als Fotograf in Dresden halte ich ständig die Augen offen – und manchmal entstehen die besten Ideen ganz nebenbei. Ich saß beim letzten Mal beim Barber in Dresden auf dem Stuhl und ließ mich gerade frisieren. Währenddessen habe ich mich ein bisschen umgeschaut und dachte mir irgendwann: Mensch, diese Location, diese Einrichtung, das Licht – und vor allem dieser charakteristische Mensch hier. Daraus könnte man doch ein richtig schönes Portrait machen.
Der Barber hat ein Gesicht, das einfach Geschichten erzählt. Dazu kommt die Atmosphäre in seinem Laden. Alles zusammen hatte für mich sofort etwas Fotografisches. In diesem Moment war es allerdings erst einmal nur eine Idee. Ich habe ihn nicht direkt gefragt und auch nichts ausgemacht. Erst später zu Hause musste ich noch einmal daran denken. Und irgendwann war für mich klar: Ich gehe einfach morgens hin, wenn noch nicht so viel los ist, und frage ihn.
Aller Anfang ist manchmal etwas komplizierter
Da der Laden nicht weit von meinem Office entfernt ist, bin ich am nächsten Morgen einfach mit dem Fahrrad hingefahren. Ich dachte mir: Zehn Uhr, Ladenöffnung, sollte passen. Also stand ich kurz nach zehn vor dem Barber und habe gewartet. Nur: Er kam nicht. Um 10:10 Uhr kam schließlich jemand anderes, schloss den Laden auf und erklärte mir, dass der Barber an diesem Tag gar nicht da sei. Gut. Erster Versuch – nichts.
Am nächsten Tag bin ich wieder hin. Diesmal allerdings vorbereitet: Kamera dabei, Blitz dabei, alles eingepackt. Ich dachte mir, wenn es heute klappt, kann ich direkt loslegen. 10:00 Uhr. 10:10 Uhr. 10:20 Uhr. 10:30 Uhr. Wieder niemand da. Also habe ich irgendwann aufgegeben und bin wieder zurückgefahren. Eigentlich sollte der Laden seit einer halben Stunde geöffnet sein – aber manchmal läuft es eben anders als geplant.
Dann kam das Wochenende dazwischen und ich habe das Ganze erst einmal ruhen lassen. Am Montag bin ich schließlich noch einmal hingefahren. Und diesmal hatte ich Glück: Er stand draußen vor der Tür und rauchte.
Einfach fragen
Jetzt oder nie, dachte ich mir. Ich bin zu ihm gegangen und habe ungefähr gesagt: „Du, ich bin Fotograf. Ich zeige dir mal kurz meine Website, damit du siehst, was ich so mache. Ich würde gerne ein Portrait von dir machen – für meine Website und natürlich auch für dich. Die Bilder bekommst du selbstverständlich auch.“ Und seine Reaktion war ziemlich unkompliziert: „Ja klar, kein Problem. Komm.“ So einfach kann es manchmal sein.
Ich bin also kurz zurück zum Auto, habe meine Kamera und meinen Blitz geholt und bin wieder in den Laden. Ich hatte mein 50er dabei und einen Godox AD200 Pro, den ich in eine kleine 45-cm-Mini-Softbox gepackt habe. Das Setup ist schön kompakt und leicht – genau das Richtige für so eine spontane Portrait-Session.
Ein kleines Shooting mitten im Barber-Alltag
Als ich wieder im Laden war, saß allerdings schon ein Kunde da. Also habe ich ihn kurz gefragt, ob es für ihn okay ist, wenn er fünf Minuten wartet. Er meinte: „Kein Problem.“ Perfekt. Viel Zeit hatten wir dadurch trotzdem nicht. Und genau das fand ich eigentlich ganz schön: Es sollte kein riesig geplantes Editorial-Shooting werden, sondern ein kleines Portrait mitten im normalen Alltag des Barbers.
Eigentlich hatte ich mir sogar ein paar Posen ausgedruckt, die ich ihm gerne gezeigt hätte. Gerade weil er eher ein ruhiger, etwas introvertierter Typ ist und nicht unbedingt der Mensch, der sich sofort vor eine Kamera stellt und sagt: „So, hier bin ich!“ Die Ausdrucke hatte ich natürlich prompt vergessen. Also habe ich ihm auf dem Handy kurz ein paar Ideen gezeigt und dann haben wir einfach losgelegt.
Spontan heißt nicht unvorbereitet
Eine Sache ist mir bei diesem Shooting noch einmal besonders bewusst geworden: Wenn man nur wenig Zeit mit einem Menschen hat, muss die Technik funktionieren. Wenn ich für ein Portrait zu einer Person gehe und dort vielleicht nur fünf oder zehn Minuten habe, kann ich nicht erst vor Ort anfangen, lange an meiner Kamera herumzudaddeln, irgendwelche Einstellungen zu suchen oder minutenlang auszuprobieren, warum der Blitz gerade nicht so funktioniert, wie er soll. Das macht nicht nur den Fotografen unsicher – diese Unsicherheit überträgt sich auch auf die Person vor der Kamera.
Deshalb sollte bei so einem Shooting möglichst alles vorbereitet und voreingestellt sein. Kamera, Objektiv, Blitz, Softbox und die grundsätzlichen Einstellungen müssen funktionieren. Das Licht sollte stehen und ich sollte wissen, was ich mit meinem Setup machen möchte. Was ich dann noch ein bisschen anpasse, ist zum Beispiel die Belichtungszeit der Kamera und gegebenenfalls die Blitzleistung. Diese Anpassungen gehen aber idealerweise schnell. Der Rest muss sitzen.
Denn wenn ich während des Shootings ständig an der Technik herumprobiere, geht etwas verloren, das bei einem Portrait mindestens genauso wichtig ist wie die Kameraeinstellung: die Verbindung zur Person. Die Aufmerksamkeit sollte beim Menschen liegen – nicht beim Display der Kamera.
Technik ist wichtig – aber Übung noch mehr
Dieses Shooting war für mich in dieser Form tatsächlich das erste Mal. Und auch wenn ich mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden bin, habe ich dabei wieder einiges gelernt. Vor allem weiß ich jetzt, was ich beim nächsten Mal noch besser vorbereiten würde: Ich würde mir vorher ein paar Foto- und Posing-Ideen auf Papier ausdrucken und mitnehmen.
Nicht, damit das Model anschließend irgendwelche starren Posen nachmachen muss. Ganz im Gegenteil – ein Portrait soll natürlich aussehen. Aber gerade Menschen, die nicht regelmäßig vor einer Kamera stehen, wissen oft nicht automatisch, was sie mit ihren Händen machen sollen, wohin sie schauen können oder wie sie sich hinstellen sollen. Da muss man als Fotograf ein bisschen führen.
Ein bisschen Führung macht ein Portrait natürlicher
Man kann jemanden vor eine Kamera stellen und sagen: „Sei einfach ganz natürlich.“ Nur: Was bedeutet das eigentlich? Für jemanden, der häufig fotografiert wird, ist das vielleicht kein Problem. Für die meisten anderen Menschen schon. Deshalb gehört für mich zu einem guten Portraitshooting nicht nur die richtige Technik, sondern auch ein bisschen Regie.
Eine kleine Bewegung. Ein anderer Blick. Die Schulter etwas drehen. Kurz hinsetzen. Wieder aufstehen. Zur Seite schauen. Die Hände anders positionieren. Solche kleinen Anweisungen geben Sicherheit. Und wenn die Person sich sicher fühlt, sieht das am Ende meistens auch auf den Bildern natürlicher aus. Genau das möchte ich bei einem Portrait erreichen: nicht eine aufgesetzte Pose, sondern einen Menschen, der sich vor der Kamera wohlfühlt und trotzdem ein bisschen geführt wird.
Wenige Bilder, aber unterschiedliche Situationen
Wir haben verschiedene kleine Szenen ausprobiert: eine Sitzszene, bei der er einfach ganz natürlich im Laden sitzt. Dann eine Aufnahme, bei der er etwas zur Seite beziehungsweise vorbei schaut. Natürlich auch ein klassisches Portrait, bei dem sein Gesicht und seine Ausstrahlung im Mittelpunkt stehen.
Und dann wollte ich ihn unbedingt noch bei seiner eigentlichen Arbeit fotografieren. Dabei ist ein Bild entstanden, bei dem ich mit dem vorhandenen Licht beziehungsweise Gegenlicht gearbeitet habe und ihn mitten in seinem Arbeitsumfeld zeigen konnte. Genau solche Bilder mag ich besonders: Ein Portrait muss für mich nicht immer nur ein sauber ausgeleuchtetes Gesicht vor einem neutralen Hintergrund sein. Der Ort und die Tätigkeit können genauso viel über einen Menschen erzählen. Die ganze Serie zeigt das Projekt Barbershop in Dresden.
Fotografiert mit dem 50er bei f/2.5
Fotografisch habe ich die Serie relativ unkompliziert gehalten. Ich war die meiste Zeit mit meinem 50-mm-Objektiv unterwegs und habe ungefähr mit Blende 2,5 fotografiert. Normalerweise könnte man bei einem Portrait natürlich noch weiter öffnen und mit einer sehr geringen Schärfentiefe arbeiten. In diesem Fall wollte ich aber bewusst ein bisschen mehr Schärfentiefe haben. Schließlich sollte nicht nur das Gesicht funktionieren – auch die Atmosphäre des Barbershops und die Umgebung sollten noch erkennbar bleiben.
Durch das 50er hatte ich außerdem eine sehr natürliche Perspektive und konnte mich relativ frei im Laden bewegen, ohne dass die Bilder zu weitwinklig wirken. Das kleine Blitzsetup hat dabei völlig ausgereicht: Eine 45-cm-Softbox mit dem Godox AD200 Pro lässt sich schnell aufbauen, nimmt kaum Platz weg und gibt trotzdem ein schönes, weiches Licht. Gerade bei einem spontanen Shooting in einem laufenden Geschäft ist das für mich ideal.
Warum ich solche Portraits mag
Was mir an diesem Shooting besonders gefallen hat, war eigentlich die Geschichte dahinter. Ich bin nicht mit einem großen Konzept, einem Team und einem festen Shooting-Termin in den Laden gekommen. Die Idee ist entstanden, während ich selbst auf dem Friseurstuhl saß. Dann musste ich erst einmal zweimal vor verschlossener beziehungsweise leerer Tür stehen, bevor es am dritten Anlauf endlich geklappt hat. Und daraus ist eine kleine Portraitserie entstanden, die für mich viel mehr Persönlichkeit hat als irgendein austauschbares Studiofoto.
Genau deshalb fotografiere ich so gerne Menschen in ihrem eigenen Umfeld. Ob Handwerker, Unternehmer, Selbstständige, Geschäftsführer oder eben ein Barber: Der Ort, an dem jemand arbeitet, erzählt oft genauso viel über ihn wie sein Gesicht.
Businessfotografie und Portraitfotografie in Dresden und Sachsen
Als Fotograf in Dresden biete ich neben klassischen Businessportraits auch individuelle Businessfotografie und Portraitfotografie an. Dabei muss es nicht immer das klassische Businessfoto vor einer weißen Wand sein. Je nach Person und Beruf können auch authentische Aufnahmen direkt am Arbeitsplatz viel spannender sein.
Wenn ihr also einen Business-Fotografen in Dresden sucht, neue Mitarbeiterportraits braucht, Bilder für eure Website oder Social-Media-Kanäle benötigt oder einfach ein charakteristisches Portrait von euch selbst haben möchtet, können wir gemeinsam überlegen, was zu euch und eurem Unternehmen passt. Ich fotografiere nicht nur in Dresden, sondern auch in der Umgebung und in ganz Sachsen – zum Beispiel in Bautzen, Chemnitz und natürlich auch an anderen Orten. Und manchmal reicht dafür tatsächlich eine kleine Softbox, ein Blitz, eine Kamera und vor allem: eine gute Idee.