Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass ich als Fotograf in Dresden meine Kamera immer häufiger ins Hochformat drehe. Gefühlt fotografiere ich inzwischen sogar mehr als die Hälfte meiner Bilder hochkant. Wie es dazu gekommen ist? Ich vermute, dass Social Media und unser verändertes Konsumverhalten dabei eine große Rolle spielen. Wir schauen uns Fotos immer häufiger auf dem Smartphone an – und vielleicht hat sich das Hochformat deshalb auch bei mir beim Fotografieren stärker eingeschlichen.
Ein Hochformat-Faible mit Nebenwirkungen
Aktuell habe ich jedenfalls ein richtiges Hochformat-Faible. Auch wenn das für Websites nicht immer ideal ist: Hochformatbilder nehmen beim Scrollen deutlich mehr Platz ein. Natürlich kann man sie nachträglich ins Querformat beschneiden, aber dabei geht eine Menge Bildinformation verloren.
Business-Portraits brauchen oft mehrere Formate
Besonders deutlich merke ich das bei meiner Arbeit als Business-Fotograf in Dresden. Ein Mitarbeiterportrait wird heute selten nur an einer Stelle genutzt: Auf der Teamseite der Website steht es oft im Hochformat, im LinkedIn-Profil wird es quadratisch, und für den Header der Website oder eine Pressemitteilung braucht es dagegen ein Querformat. Bei Portraits ist es ähnlich – das Bild für Instagram sieht anders aus als das Bild für die eigene Website. Wer sich beim Fotografieren für ein Format entscheidet, legt damit also auch schon fest, wo das Bild später am besten funktioniert.
Mein Wunsch: ein quadratischer Sensor
Deshalb wünsche ich mir für zukünftige Kameras eigentlich etwas ganz anderes: einen quadratischen Sensor. Stellt euch vor, die Kamera nimmt ein großes, quadratisches Bild auf. Erst später entscheide ich, welches Format ich wirklich brauche. Hochformat für Social Media, Querformat für die Website oder vielleicht doch das quadratische Original? Alles wäre möglich, solange die Auflösung des Sensors groß genug ist, um auch nach dem Beschnitt ausreichend Bildinformationen zu behalten. Bei einem Business-Shooting hieße das: ein Bild – und daraus das Hochformat für die Teamseite, das Quadrat für LinkedIn und das Querformat für den Website-Header.
Ein Grund, die Kamera zu wechseln
Ich habe mich bisher noch gar nicht damit beschäftigt, ob es solche Kameras bereits gibt. Aber der Gedanke gefällt mir ausgesprochen gut. Ein quadratischer Sensor wäre für mich tatsächlich ein Grund, über einen Wechsel meiner Kamera nachzudenken – und er landet damit direkt neben dem 50–150 mm f/2 für Nikon auf meiner Wunschliste. Vielleicht ist das ja eine Entwicklung, die wir in Zukunft häufiger sehen werden. Ich fände es jedenfalls ziemlich spannend, beim Fotografieren nicht mehr von Anfang an auf ein bestimmtes Seitenverhältnis festgelegt zu sein. Bis dahin drehe ich meine Kamera erst einmal weiter fleißig ins Hochformat.