Seit nunmehr drei Jahren arbeite ich für einen lokalen Fahrradhändler aus Dresden und dessen Markenstores. Eine Zusammenarbeit, die mir vor allem deshalb viel Spaß macht, weil sie genau das verbindet, was ich an meiner Arbeit als Grafikdesigner und Gestalter in Dresden besonders schätze: ein lokales Unternehmen, kurze Wege, unkomplizierte Kommunikation und die Möglichkeit, gemeinsam über längere Zeit eine visuelle Linie weiterzuentwickeln.
Mehrmals im Jahr entstehen dabei neue Aktionen und Kampagnen. Und obwohl die einzelnen Projekte teilweise sehr viele unterschiedliche Formate umfassen, ist der Workflow erstaunlich unkompliziert.
Der Workflow: von der Grundidee zur fertigen Kampagne
Am Anfang steht meistens eine Idee aus dem Marketing. Der Marketingverantwortliche schickt mir die grundlegenden Vorstellungen zur jeweiligen Aktion. Daraus entwickle ich dann die konkrete Gestaltung.
Eine wichtige Grundlage dafür ist das Corporate Design, das wir 2025 gemeinsam neu entwickelt haben. Auf Basis dieser Gestaltungslinie entwickle ich das Kampagnenmotiv, wähle passende Bildwelten aus und setze die erste Gestaltung auf.
Als Designer in Dresden ist es für mich dabei besonders spannend, nicht nur einzelne Grafiken zu gestalten, sondern über einen längeren Zeitraum eine visuelle Sprache für ein Unternehmen mitzuentwickeln. Das Corporate Design ist schließlich nicht mit der Erstellung eines Manuals abgeschlossen – es muss sich auch im täglichen Einsatz bewähren.
Danach kommt der Teil, der bei solchen Kampagnen schnell unterschätzt wird: die Formate.
Denn eine Kampagne besteht natürlich nicht nur aus einem Plakat. Dafür bekomme ich eine – teilweise ziemlich lange – Tabelle mit den benötigten Formaten. Darin finden sich unter anderem unterschiedliche Printanzeigen, Plakate und Social-Media-Formate.
Meine Aufgabe ist dann, die ursprüngliche Gestaltungsidee auf all diese Anwendungen zu übertragen. Dabei müssen Proportionen, Bildausschnitte, Texte und Hierarchien immer wieder angepasst werden, ohne dass die eigentliche Kampagnenidee verloren geht.
Eine besondere Rolle spielen dabei die verschiedenen Standorte in der Region Dresden. Je nach Aktion und Standort entstehen unterschiedliche Varianten und Ausspielungen.
Viele Formate, ein Anspruch: zuverlässig liefern
Was ich an der Zusammenarbeit besonders schätze, ist die unkomplizierte Kommunikation. Die Aufgaben werden besprochen, die benötigten Materialien kommen, ich setze die Gestaltung um und anschließend gehen die Daten in die Korrektur.
Natürlich gibt es auch hier manchmal kleine Änderungen oder Korrekturen an den Druckdaten. Das gehört bei Printprojekten einfach dazu. Entscheidend ist für mich aber, dass die Abläufe funktionieren und am Ende alles rechtzeitig dort ist, wo es gebraucht wird.
Gerade bei Kampagnen mit vielen unterschiedlichen Medien ist Zuverlässigkeit ein wichtiger Teil der Gestaltung. Ein gutes Motiv bringt wenig, wenn die Anzeige nicht rechtzeitig fertig wird, ein Format fehlt oder die Druckdaten nicht funktionieren.
Als Grafikdesigner bedeutet gute Arbeit für mich deshalb nicht nur, ein schönes Layout zu entwickeln. Ein professioneller Gestalter muss auch die Produktion, die verschiedenen Anwendungen und natürlich die Deadlines im Blick behalten.
Gestaltung muss funktionieren – und sie muss rechtzeitig funktionieren.
Und wo kommt KI ins Spiel?
Wie auch bei meinen anderen Projekten stellt sich natürlich die Frage: Welche Teile dieser Arbeit könnte eigentlich künstliche Intelligenz übernehmen?
Theoretisch könnte man inzwischen ziemlich weit gehen. Ich könnte beispielsweise die Designs der vergangenen Jahre als Grundlage verwenden und daraus neue Kampagnen oder fertige Formate entwickeln lassen. Auch die Ausgabe von Druckdaten in CMYK ist grundsätzlich kein unlösbares Problem mehr.
In der praktischen Arbeit gibt es allerdings einen entscheidenden Punkt: Ich möchte weiterhin direkt und präzise in meinen Gestaltungsprogrammen arbeiten können.
Wenn ich beispielsweise schnell ein Bild austauschen, einen Text verschieben oder eine Variante ausprobieren möchte, ist das in InDesign innerhalb weniger Sekunden erledigt. Mit einem KI-System müsste ich dafür unter Umständen erst wieder einen Prompt formulieren, das Ergebnis erzeugen lassen und anschließend kontrollieren und anpassen.
Für manche Aufgaben ist das sinnvoll. Für andere ist es schlicht ein Umweg.
Auch bei den Schriften und Vektordaten spielt das eine Rolle. In einem professionellen Workflow möchte ich beispielsweise sauber editierbare und vektorisierte Schriften sowie vollständig kontrollierbare Layouts behalten. Gerade bei Printprojekten ist diese direkte Kontrolle für mich weiterhin wichtig.
Deshalb bleibt InDesign mein zentrales Werkzeug für die eigentliche Gestaltung, während Photoshop weiterhin bei der Auswahl und Bearbeitung der Fotos zum Einsatz kommt.
KI als Unterstützung – nicht als Ersatz für den Workflow
Ähnlich ist es gerade beim Corporate-Design-Handbuch, an dem ich aktuell arbeite.
Natürlich könnte man ein solches Dokument auch mit KI beziehungsweise cloudbasierten Werkzeugen aufbauen und bearbeiten. Für größere strukturelle Aufgaben kann das durchaus interessant sein. Gleichzeitig gibt es im Alltag immer wieder diese kleinen Änderungen: eine Formulierung anpassen, einen Abstand korrigieren, ein Element verschieben oder eine Kleinigkeit im Layout verändern.
Wenn ich dafür erst über einen zusätzlichen Workflow gehen muss, ist das manchmal schlicht langsamer, als das Dokument direkt zu öffnen und die Änderung in zehn Sekunden selbst vorzunehmen.
KI hilft mir deshalb vor allem dort, wo sie tatsächlich Zeit spart. Zum Beispiel bei Texten für das Corporate-Design-Handbuch, bei ersten Formulierungen oder beim Entwickeln und Sortieren von Ideen. Wie ich das bei Bildern handhabe, habe ich in einem eigenen Beitrag beschrieben: Wie stehe ich eigentlich zu KI-generierten Bildern?
Die eigentliche Gestaltung bleibt aber weiterhin eine Mischung aus Erfahrung, Gestaltungssystem, direkter Kommunikation und den Werkzeugen, mit denen ich seit Jahren arbeite.
Lokale Zusammenarbeit funktioniert
Und genau das ist für mich auch ein wichtiger Punkt bei dieser Zusammenarbeit: Nicht jede Aufgabe muss maximal automatisiert werden.
Entscheidend ist, dass am Ende ein zuverlässiger Workflow entsteht, der funktioniert – und zwar nicht nur theoretisch, sondern im echten Arbeitsalltag.
Nach drei Jahren Zusammenarbeit ist genau daraus ein eingespielter Prozess geworden: lokale Zusammenarbeit, kurze Wege, ein gemeinsam entwickeltes Corporate Design und Gestaltung, die zuverlässig zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Format ankommt.
Für mich als Grafikdesigner und Gestalter in Dresden sind solche langfristigen Kooperationen genau das, was den Beruf spannend macht. Man kennt die Abläufe, versteht die Anforderungen des Kunden und kann gleichzeitig immer wieder neue Ideen einbringen.
Und am Ende geht es eigentlich um etwas ganz Einfaches: gute Gestaltung, zuverlässig umgesetzt.
Kampagne, Corporate Design oder Printdaten?
Wenn du für dein Unternehmen eine Kampagne über mehrere Formate brauchst oder ein Corporate Design, das im Alltag trägt: Wie ich arbeite und was es kostet, steht auf der Seite Grafikdesign. Ein Beispiel aus der Praxis ist das Erscheinungsbild für das DAVE Festival.